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Curriculum vitae

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Am 2. Mai 1948 erblickte ich als erstes Kind des Studenten und nachmaligen Elektro-Ingenieurs Heinrich Sigismund Johannes Trunte (20.9.1920-31.5.2000) und seiner Ehefrau Hildegard Marianne Trunte, geb. Pfeiffer (*10.10.1924), in Bremen das Licht der Welt und wurde drei Tage später auf den Namen Hartmut Karl Reinhard getauft. 1950 fand mein Vater eine Anstellung bei der AEG in Düsseldorf, was zu unserer Übersiedlung an den Rhein führte. Hier wurde am 6.10.1950 meine Schwester Ursula Bertha Marianne geboren. Es gelang meinen Eltern, 1953 aus den Elend der Trümmerlandschaft in das vergleichsweise idyllische Erkrath zu übersiedeln, wo ich im Frühjahr 1954 in die Evangelische Volksschule eingeschult wurde.

Nach bestandener Aufnahmeprüfung wechselte ich im Frühjahr 1958 auf das Neusprachliche Gymnasium Gerresheim, dessen Naturwissenschaftlichen Zweig ich entsprechend meiner damaligen Interessenlage besuchte. Eine Neigung zu Sprachen entwickelte sich bei mir erst später, so dass ich nach dem obligatorischen Englischen und Lateinischen freiwillig und nebenbei Esperanto (als Autodidakt), Spanisch (an der Volkshochschule), Russisch (ein zentraler Kurs für alle Schulen Düsseldorfs), Italienisch (als Autodidakt), Französisch (Arbeitsgemeinschaft an der Schule) und Bulgarisch (als Autodidakt) lernte. Mein Religionslehrer, der unter anderem bei Leo Weisgerber in Bonn studiert hatte, und bei dem ich eine Arbeitsgemeinschaft zur Sprachwissenschaft besuchte, determinierte die Wahl des Studienortes Bonn und des Studienfachs Sprachwissenschaft.

Zum Wintersemester 1968/69 nahm ich das Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Sprachwissenschaft sowie der Romanistik (Spanisch und Italienisch), zusätzlich und aus eher privatem Interesse das der Slavistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität auf. Nach dem ersten Semester gab ich jedoch den Plan, ein Staatsexamen anzustreben, auf und beschränkte mich auf die Sprachwissenschaft und Slavistik. Meine wichtigsten Lehrer in der Sprachwissenschaft waren Johannes Knobloch und Günter Neumann, in der Slavistik Hans Rothe und Miroslav Kravar. Im Bereich der Indogermanistik spezialisierte ich mich auf Griechisch, während in der Slavistik mein Interesse vorrangig dem Südslavischen galt. Kenntnisse in diesen Sprachen vertiefte ich durch den Besuch von Sommerkursen: für Makedonisch in Skopje und Ohrid (1970, 1972, 1974, 1976), für Serbokroatisch in Zadar und Novi Sad (1971), für Bulgarisch in Sofia (1973), ferner für Albanisch in Peć/Peja (1975, zusätzlich Exkursion des Sprachwissenschaftlichen Instituts nach Albanien 1978).

1971 bot mir Hans Rothe eine Stelle als studentische Hilfskraft am Slavistischen Seminar an, die ich von Herbst 1971 bis Frühjahr 1978 bekleidete. Ich war an der Vorbereitung einer Bibliographie zu der russischen Zeitschrift Русская мысль sowie an verschiedenen Editionen, vor allem an der Ostslavischen Kunstdichtung, beteiligt.

Mittlerweile war mir die Indogermanistik durch zu intensive Beschäftigung mit den kleinasiatischen "Trümmer"-Sprachen ein wenig verleidet worden; der Weggang Günter Neumanns bewog mich dann endgültig, zu "konkreteren" Studienfächer zu wechseln: 1973 wurde die Slavistik zu meinem Hauptfach, Südslavistik zum ersten und nun neu die Islamkunde zum zweiten Nebenfach. Mein wichtigster akademischer Lehrer und späterer Prüfer im Bereich der Islamkunde wurde Tilman Nagel, bei dem ich vor allem Persisch und Osmanisch trieb.

Seit 1974 arbeitete ich an einer Doktorarbeit über den Dialekt von Ohrid, doch kam die Dissertation in Folge von Problemen bei der Zusammenarbeit mit der makedonischen Seite nicht gut voran. Darum griff ich sofort zu, als mir 1978 Hans Rothe eine Arbeit aus dem Bereich der Altukrainistik anbot. Nachdem meine studentische Hilfskraftstelle nicht mehr verlängerbar war, verhalf mir mein Doktorvater zu einem Stipendium nach Krakau an die Jagiellonische Universität. Dort schrieb ich von Herbst 1978 bis Frühjahr 1979 den größten Teil meiner Dissertation.

Nach dem Rigorosum nahm ich am 15. März 1980 meine Tätigkeit als wissenschaftlicher Angestellter am Slavistischen Seminar auf, die ich bis heute bekleide. Im gleichen Jahr heiratete ich. Neben meiner Arbeit gelang es mir, weiterhin zu studieren, wobei mein Interesse jetzt vornehmlich der Orthodoxen Theologie bei Theodoros Nikolaou, der Byzantinistik bei Erich Trapp und der Wissenschaft vom Christlichen Orient bei C. Detlef G. Müller galt. In dieser Zeit besuchte ich 1986 (1993 zum zweiten Male) auch den Heiligen Berg Athos.

Obwohl mein Arbeitsvertrag eigene Lehrtätigkeit nicht vorsah, gestattete sie mir Hans Rothe erstmals zum Wintersemester 1980/81. Zum Wintersemester 1981/82 übernahm ich den Kirchenslavischunterricht. Da die wenigsten Studenten Kenntnisse in anderen alten indogermanischen Sprachen besaßen, änderte ich die Unterrichtsmethode insofern, als ich den diachronen Aspekt zurückstellte und das Kirchenslavische zunächst synchron unterrichtete. Die zweite Neuerung bestand darin, dass ich einen interessanten Lesetext dem Unterricht zugrunde legte und ihn nicht nur unter sprachlichen, sondern auf dem kulturhistorischen Gesichtspunkten behandelte. Aus dem Unterricht erwuchs dann allmählich ein Lehrbuch. Im Herbst 1988 lernte ich Peter Rehder kennen, dem ich es verdanke, dass mein Kirchenslavischlehrbuch 1990 (Band I) bzw. 1998 (Band II) in der von mir angestrebten preiswerten und für Studenten bezahlbaren Form erscheinen konnte.

Nachdem der Editionsband zu meiner Dissertation 1982 und die erweiterte Dissertation 1983 endgültig abgeschlossen waren (Abfallprodukte waren meine ersten beiden Aufsätze) widmete ich mich den Palejen und der apokryphen Literatur. In Zusammenhang damit entstand mein erster öffentlicher Vortrag, den ich 1988 in Münster aus Anlass des Millenniums der Taufe Russlands hielt. Mit apokrypher Literatur beschäftigte ich mich auch weiterhin, zuletzt bei der Arbeit mit dem Alexanderroman, die in einen Aufsatz einfloss, der in der Festschrift für Hans Rothe anlässlich seiner Emeritierung veröffentlicht wurde.

Ein neuer Schwerpunkt meines Interesses im Bereich der liturgischen Dichtung entwickelte sich ab 1989 aus der Mitwirkung an einem deutsch-russischen Projekt zur Fortsetzung der von Vatroslav Jagić eingeleiteten Edition der ätesten ostslavischen Menaia. Obwohl ich 1990 zur Teilnahme an einem Bibelkongress nach Moskau gekommen war, bot sich hier doch die Möglichkeit der Kontaktpflege zu E. M. Vereščagin, der das Projekt in Moskau leitete. 1992 war ich drei Wochen lang in Moskau, um an slavischen, vor allem aber an griechischen Handschriften Lücken der Edition zu schließen. Vom Herbst 1992 bis Ende 1995 war ich von meiner Angestelltenstelle am Seminar beurlaubt, um mich bei der Patristischen Kommission der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften ganz der Edition der Menaia widmen zu können. 1994 war ich im Rahmen dieser Tätigkeit noch einmal in Moskau und Sankt Petersburg. 1996 kehrte ich auf die Seminarstelle zurück, da die Akademiestelle nicht unbefristet verlängerbar war.

Inzwischen hatte ich mich 1992 von meiner ersten Frau getrennt und war 1994 unter dem neuen Namen Nikolaos zur Orthodoxie konvertiert. Nach meiner Scheidung heiratete ich 1995 wieder. Meine Frau Lăcrămioara stammt aus Bacău in Rumänien. Nach Absolvierung des Studienkollegs studiert sie seit Wintersemester 1999/2000 in Bonn Jura.

Nach dem Abschluss des zweiten Bandes des Kirchenslavischlehrbuchs fand ich neben der Vorbereitung einer vollständig überarbeiteten Neuauflage des ersten Bandes eine neue befriedigende Beschäftigung in der Zusammenarbeit mit Frau Majja Andrejevna Momina (Sankt Petersburg) bei der Herausgabe ihres Lebenswerkes, des slavischen Triodions. Der erste Band wird voraussichtlich 2001 erscheinen.

Daneben steht seit 1999 die Arbeit an einem umfangreichen historischen Roman über die Zeit der Slavenapostel Konstantinos-Kyrillos und Methodios unter dem Titel Slawischer Frühling, der nicht vor 2003 wird beendet werden können. Wenn er seine Leser findet, plane ich, ihm einen Slawischen Sommer um die Gestalt des Konstantin von Kostenec und einen Slawischen Herbst um die Gestalt des Paisij Veličkovskij folgen zu lassen.


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© Dr. Nikolaos Trunte. Zuletzt aktualisiert am 25.11.2000.