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EIN LIED ZIEHT HINAUS IN DIE WELT
von Liedern und Worten,

von Verstehen und Mißverstehen,
von roten Rosen und toten Hosen

[rote Rose] [tote Hose]

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS' WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT
GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

... und manchmal sogar bis ans Ende der Welt, das Ihr, liebe Leser, doch bitte nicht despektierlich als "Arsch der Welt" bezeichnen wollt. Ihr wißt doch: Möbel kauft man nicht mehr am Arsch der Welt, sondern... nein, das hätten die Werbefritzen gerne, aber die Lösung lautet in Wahrheit ganz anders: Man benennt den Arsch der Welt einfach um. So wurde z.B. aus der Abtei "Finis terrae" des Heiligen Matthäus in der Bretagne die Abtei "Fine terre" und aus dem Kloster "De finibus terrae" der Heiligen Maria in Apulien das Kloster "Santa Maria di Leuca". (Wenn Dikigoros sich irgendwann mal durchringen sollte, diesem Thema ein eigenes Kapitel seiner "Reisen durch die Vergangenheit" zu widmen, wird er Euch noch mehr dieser Kuriositäten präsentieren, auch außerhalb Europas, wie das "Cabo San Lucas [Kap des Heiligen Lukas]" an der Südspitze von Baja California oder die "Horton Plains" auf Ceylon; aber einstweilen muß Euch das als Kostprobe genügen :-)

Keine Angst, Dikigoros wird Euch hier nicht mit Schlagertexten kommen - das tut er schon an anderer Stelle. Hier geht es ihm um das, was "Lied" ursprünglich bedeutet und was die Deutschen heute aus unerfindlichen Gründen mit dem lateinischen Wort "Text" bezeichnen, nämlich die geschriebene Sprache, jene Sprache, die aus dem Arsch der Welt "feine Erde" macht und aus einem der auszieht, um die Welt zu erobern, einen der auszieht, um die Welt zu befreien (je nach Bedarf :-). Eine Sprache, die das kann, hat Macht; deshalb pflegen die Engländer - deren Sprache die Welt erobertbefreit hat (von tausenden anderen, "primitiven" Eingeborenen-Sprachen, die heute glücklich ausgerottetausgestorben sind) zu sagen: "The pen is mightier than the sword [Der Federhalter ist mächtiger als das Schwert]" - aber das ist eine andere Geschichte, bei der Dikigoros das Schwert [sword] eigenmächtig in das Wort [word] abgeändert hat - es ging ihm dort um einen anderen Zusammenhang, in dem es stimmte; aber wenn man das verallgemeinern wollte, würde es nicht mehr stimmen, denn das einzelne Wort ist, wie schon Goethe bemerkte, Schall und Rauch; es kommt vielmehr auf den Zusammenhang mehrerer Wörter an, und damit sind wir mitten im Thema. "Text" bedeutet im Lateinischen etwas Zusammengestricktes - also zum Beispiel Kleider, die wir deshalb ja auch als "Textilien" bezeichnen. Das, was heute (nicht nur im Deutschen, sondern auch in allen anderen germanischen und romanischen Sprachen) so genannt wird, hieß bei den alten Römern, wenn es gesprochen wurde "oratio", wenn es gesungen wurde "carmen" (plural carmina, daher hieß die Musik-Freunden bekannte mittelalterliche Lieder-Sammlung "carmina burana"). Nicht mit "Text" verwandt ist übrigens "testen", das die Puristen, pardon, Saubermänner und Deutschtümler gerne durch "ausprobieren" ersetzen würden; warum, versteht Dikigoros nicht, denn letzteres ist eingedeutschtes Küchen-Latein; ersteres ist dagegen ursprünglich weder Englisch, noch hat es - entgegen der Auffassung einiger hochgelehrter Schreibtisch-Professoren - etwas mit dem Lateinischen "testa (Kopf)" zu tun; vielmehr ist es mit dem altfränkischen "tjosten" verwandt, in etwas hinein stechen (eben um es zu "testen"); im Duden steht das heute nicht mehr; aber in mittelalterlichen Sagen, die nur behutsam ins Neuhochdeutsche übersetzt sind, findet man dieses alte Wort bisweilen noch bei Schilderungen von Zweikämpfen mit scharfen Lanzen - die Normannen haben es im 11. Jahrhundert mit nach England gebracht, und von dort es ist nun zu uns zurück gekehrt, nachdem es schon fast ausgestorben war, halt in der Form "testen". (Ebenso albern wäre es, "Test" durch "Prüfung" zu ersetzen, denn letzteres ist nichts weiter als eine Verballhornung von "Probe".) Auch im englischen "Toast" steckt es noch - nicht in dem so genannten Labber-Brot (das ist eine andere Geschichte), sondern in dem Trinkspruch, bei dem man statt der Lanzen die Gläser aneinander stößt.

W.a.M. p. 40

Abgrenzung. Manchmal reisen nur die Schriften (Link schreiber.htm), aber die kommen erst nach der Sprache - jedenfalls diejenigen, welche die Laute wiedergeben, also nicht die Piktogramme. (Und meist mit Gewalt - Russisch für Türkisch und Mongolisch, Arabisch für Türkisch Malaiisch; und die Reisen können ganz plötzlich zuende gehen, und sei es erste im 20. Jahrhundert) Und manchmal reisen nur einzelne Wörter - was zu Mißverständnissen führen kann: Goten, Wandalen, Preußen. Rückwirkung der Sprache auf Weltwahrnehmung und Charakter - prägt manchmal vielleicht mehr als die Gene...)

...

(Fortsetzungen folgen)

Und weil Lieder hinaus in die Welt ziehen, finden sie in den Wortschatz und in die Sprachen fremder Länder Eingang. Manche Leute finden das schlimm - warum eigentlich? Das hat es doch zu allen Zeiten und an allen Orten gegeben: Französisch ist eine Mischung aus Lateinisch und Fränkisch. Englisch ist eine Mischung aus Angelsächsisch und Französisch. Das heutige "Türkisch" ist eine Mischung aus Türkisch und Arabisch, das heutige "Persisch" eine Mischung aus Persisch und Arabisch, Bahasa - die nach Englisch und Spanisch meist gesprochene Sprache der Welt (nein, liebe Leser, eine "chinesische Sprache" gibt es ebensowenig wie ein "chinesisches Volk"; und längst nicht jeder chinesische Staatsbürger spricht Pekinesisch!) - ist eine Mischung aus Malaiisch und Arabisch, und Hindi ist eine Mischung aus Sanskrit-Nachfolgern, arabisiertem "Persisch" und Englisch. Gewiß, das macht das Erlernen dieser Sprachen nicht gerade einfacher - Dikigoros kann gleich mehrere Lieder davon singen -, aber ist das wirklich ein Argument? Ist es so schlimm, wenn ins Deutsche, das schon so viele griechische, lateinische und französische Wörter geschluckt - und oft schlecht verdaut - hat, über das Englische endlich mal wieder ein paar germanische Brocken zurück kommen?

Sprachmischungen müssen wohl ihren Sinn haben, praktikabel sein, denn man kann sie niemandem aufzwingen - allenfalls die ganze Sprache.

Zusammengestricktes Netz. Internet?

In allen alt-germanischen sprachen, von Alt-Nordisch bis Alt-Sächsisch, hieß das Ding Netz. Welcher Idiot (auf das Wort kommen wir später zurück) wo, wann und warum ein völlig überflüssiges "ts" (denn nichts anderes ist ja das deutsche "z") gehängt hat, ist unbekannt. (Das ist wie mit "stop", das auf Neu-Deutsch seit jüngstem "stopp" geschrieben werden soll, obwohl ja schon "stop" eine geschlossene Selbe, also ein offenes "o" bezeichnet; was da ein zweites "p" soll, weiß kein Mensch.)

Tische (diskos, griechisch, nicht lateinisch), Fenster, gr. faneros, Loch, Mauerlücke, Window Windauge!

Internet Internetz Zwischennetz?

Email Epost Ebrief

Homepage, Startseite

Hobby Steckenpferd

Auf Pferden reisen an anderer Stelle

Reisen zu Fußballspielen, "Schlachten" als Kriegsersatz.

Anhänger Fan Supporteur tifosi aficionado supporter

Viele Deutschtümler behaupten, andere Sprachen würden nicht so sehr mit Fremdwörtern überladen, oder jedenfalls versuchten die Politiker, etwas dagegen zu tun. Ach, wirklich? Oder kennen diejenigen, die so etwas behaupten, vielleicht nur nicht genügend Fremdsprachen, um da mitreden zu können?

Doch ein paar Schlager...

Ich kenn' ein Girl am Zuckerhut mucho amore hey, Das ist Musik für mich, Ein hoch der Liebe, viv' l'amour etc. 1970 beklagen das noch deutsche Illustrierte

Kind Kid Kitz child Kindergartens

Als Dikigoros noch ein Kind war, versuchte ihm sein Vater die Flaggen der verschiedenen Länder beizubringen, und zwar nicht durch stures Einpauken, sondern mit Verstand, so daß man sie sich etwas länger merken konnte als das, was man an der Schule eingebimst bekam und gleich wieder vergaß, wenn die Klassenarbeit geschrieben war. Nun bleibt noch ein merkwürdiges Gebilde übrig, das - anders als alle anderen - die Farben nicht schön in senkrechten oder waagerechten Streifen verteilt hat, sondern grün-weiß gezackt ist. Was kann das bloß für ein idiotisches Land sein? denkt Niko in seinem kindlichen Gemüt. Sein Vater versucht, ihm auf die Sprünge zu helfen: "Was ist denn wohl bei dieser Flagge das Feld, und was das Symbol, die weiße Hose oder das Grüne drum herum?" Niko versucht, logisch zu denken: Da hängt offenbar eine weiße Unterhose an einer dünnen Wäsche-Leine, und das über grünem Rasen: "Die Hose auf der Waschleine, also ist das die Fahne von Washington!"

Ja, liebe Leser, das zeigt, daß die EWG (die sich später EG und noch später EU nennen sollte) von Anfang an eine Fehlgeburt war, in allen Einzelheiten, auch in der Flagge (die bald wieder abgeschafft wurde), und auch das großartig verkündete Programm, europaweit verstärkt Fremdsprachen zu lernen, erwies sich bald als Luftblase dümmlicher Polit-Schwätzer...

Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre wird die U[nterhaltungs]-Musik vom so genannten "Pop" beherrscht. In Deutschland übersetzt man das mit "Schlager", Frankreich mit "Variété, in Italien mit "Canzonette" und in Spanien "canciones de moda". Ihre Musik basiert auf der Harmonie-Lehre der "Wiener Klassik" ist dafür, daß zum Beispiel bei Wettbewerben in der Regel eine Höchstdauer von drei Minuten vorgegeben wird - in der ein wenigstens einmal wiederholter Kehrreim ("Refrain") vorkommt und mindestens zwei Strofen - meist gar nicht so schlecht und anspruchslos, wie es die "musikalisch Gebildeten" naserümpfend behaupten - vor allem in Frankreich und Italien werden einige wunderschöne Melodien geschrieben. Was dagegen die so genannten "seriösen" E-Musiker abliefern - zum Beispiel der Kölner Krachmacher und Charlatán Stockhausen - kann dem billigsten Schlager musikalisch nicht das Wasser reichen. Die Texte... nun ja, was will man in knapp drei Minuten schon Weltbewegendes unter die Leute bringen? Zugegeben, die sind alle mehr oder weniger gleich schlecht, egal in welcher Sprache. Allgemein macht sich die Ansicht breit: Am besten, man versteht gar nicht, was da gesungen wird - also im Zweifel auf Englisch. Nun zählen aber gerade die im Original auf Englisch gesungenen Titel mit zu den schlechtesten überhaupt (was ihnen nicht weiter schadet, denn der angelsächsische Plattenmarkt - vor allem in den USA - ist nun mal der größte der Welt), vor allem vom musikalischen Arrangement her. (England und Amerika haben - außer ein paar deutsch-jüdischen Exilanten - noch keinen großen Komponisten oder Arrangeur hervor gebracht.) Also beginnt man Übersetzungen heraus zu bringen. Im Rückblick mokieren sich darüber viele Zeitgenosse, faseln von Deutschtümelei u.ä. Aber in Frankreich oder Italien war es genauso, nur noch viel lächerlicher: Die größten amerikanischen Erfolge jener Zeit wurden von Franzosen geschrieben - von Michel Legrand und Claude François Chrysalis, von Jacques Revaux und Gilles Thibault (die in Deutschland kaum jemand kannte oder kennt) -, aber sie mußten erst auf Englisch Welterfolge werden, bevor sie ins Französische zurück übersetzt werden konnten. Jeder kennt "My Way" und denkt, es sei von Paul Anka, Frank Sinatra oder gar Elvis Presley geschrieben worden - in Wirklichkeit haben ist es eine Gemeinschaftsproduktion der vorgenannten Franzosen, auch wenn außerhalb Frankreichs kaum jemand "Comm' d'habitude" kennen dürfte. Die vielen deutschen Versionen ausländischer Schlager werden damals nicht deshalb Erfolge, weil die Deutschen zu blöde sind, Fremdsprachen zu lernen und unbedingt deutsche Texte zum Mitträllern haben wollen, sondern weil die deutschen Arrangeure die Musik einfach besser in Szene setzen. Erinnert sich noch jemand an Hits wie "Mendocino", "Candida" oder "Nachts scheint die Sonne"? Die englischen Originale waren einfach um Längen schlechter. Und nicht nur die englischen. "Es wird Nacht, Señorita" und selbst der "Skandal um Rosie" waren ihren französischen Originalen ("Le rossignol anglais" und "Colombe ivre") um Längen voraus. Und wo die Originale gut waren, wie bei ("Good looking woman", "Et mourir de plaisir", "Azurro", "E cantandole al mar") waren die deutschen Fassungen ("Stern meines Lebens", "Memories", "Azurro", "Und das Meer singt sein Lied" - der deutsche Text paßte viel besser auf die Melodie als das spanische Original!) zumindest ebenbürtig - wenn auch nicht so erfolgreich. Das gilt leider auch, wenn sie die guten Originale noch übertrafen, wie die von dem heute völlig vergessenen, glücklosen WDR-Diskjockey Michael Heymann (Ostzonen-Flüchtlinge hatten es immer schwer, sie wurden in Ost und West geschnitten!) gesungenen deutschen Versionen von "Make me an island" ("Du oder keine") oder Gwendolyne ("Auch du brauchst einen Freund"). Mehr Erfolg als Ossis hatten überall ausländische Sänger, auch wenn sie kaum akzentfreies Deutsch, Französisch oder Italienisch konnten (der Vorwurf des Nationalismus ist also völlig absurd): von Mike Brant und Frédéric François in Frankreich, Bata Illic, Chris Roberts, Roberto Blanco, Howard Carpendale, Mireille Mathieu, Costa Cordalis oder Karel Gott in Deutschland. Und wer das Pech hatte, Deutscher zu sein, der gab sich wenigstens einen ausländischen Künstler-Namen, wie Roy Black, Rex Gildo, Ray Miller oder Ivan Rebrov.

Aber Dikigoros hörte damals viel lieber französisches Variété oder italienische Canzonetten - er sprach diese Sprachen inzwischen gut genug, um auch mit sprachlich anspruchsvolleren Texten etwas anfangen zu können.

Die Franzosen versuchten verzweifelt dem "Franglais" entgegen zu steuern...

1976 Michèle

Anfang der 80er Jahre: Neue Deutsche Welle schwappt bis nach Lateinamerika - Kolumbien. Dikigoros hörte damals viel lieber italienische Canzonetten...

Diktat Diktator Tyrann

Sekuntum mawar merah

Beruf Job Profession

Hamburger Frikadelle Boulette escaloppe=collop=Klops!

Telefon (nicht Telephon! gr. fí ist kein "ph"!) Fernsprecher

Handy mobile phone

Bundeswehr:

Armee=Herr

Armee=Landstreitkräfte (nicht Heer?)

Flotte (frz.)=Seestreitkräfte

Luftstreitkräfte, Luftwaffe

Parka=Kampfüberjacke

Rakete???

Munition

Granate

Flak

Funeral service

Moleskin=Mooläßkiehn

Gasmaske=Schnüffeltüte

Krawatte=Langbinder, steward=lufttransportbegleiter, dolmetscher=sprachmittler

Deutscher sprich deutsch!

Prestige Image Ansehen

Know-how kommt von kennen und können, während Wissen von weissehen und weissagen kommt

Hose Beinkleid, basic shirt

Als Dikigoros studierte, vertrat irgendein Professor die These (schon wieder so ein griechisches Fremdwort!), daß das Englische eigentlich Französisch sei, bloß eben mit englischen Vokabeln gesprochen. Wo der Mensch Anglistik studiert hat, fragt sich Dikogoros bis heute: Jeder, der auch nur auf der Schule etwas Shakespeare im Original gelesen hat (und seien es selbst die stark vereinfachten Fassungen ad usum Delphini von "Julius Caesar" oder "Macbeth"), muß doch wissen, daß der Satzbau bis ins 17. Jahrhundert hindurch germanisch war - erst danach wurde er langsam "französisiert) - die Normannen, denen besagter Professor das unterstellte, waren aber schon im 11. Jahrhundert gekommen (und sprachen wahrscheinlich selber noch ein germanisches "Französisch")...

...

und dann das penetrante "o.k.", über das sich einige in Deutschland so aufregen. "In Ordnung" ist Lateinisch, und oli kala (alle anderen Erklärungsversuche sind kalter Kaffee) ist Griechisch - aber kein Amerikaner regt sich darüber auf!

Orange Apfelsine Sinasappel

Pampelmuse, Grapefruit, Toronja

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